Schlicht vs. Aufwendig — Technik vs. Romantik

… und was das mit Abundance zu tun hat.

“Liebling, ich hab gekocht für Dich!” — Welcher Teller vermittelt die glaubwürdigere “Liebeserklärung”? Welcher Koch wird wohl auf eine Anerkennung oder Belohnung berechtigt hoffen dürfen?

Damit wäre wohl schon alles gesagt, oder?

Aufwand, Üppigkeit, Fülle vermitteln ein Gefühl von Großzügigkeit und etwas Wert zu sein. Stichwort: hochfloriger roter Teppich, große Limousinen, große Villen, imposante Kronleuchter etc.

Was hat mich zu diesem Artikel inspiriert?

Die Aussage einer Kollegin beim Blick auf meine neue Website https://angela-kosa.com:

“Ich mag es lieber schlicht!”

Doch WER ist das, der bzw. die es eher schlicht mag?

Eins vorneweg: ich habe daraufhin durchaus den Text etwas ausgedünnt. ;-)

Und nun weiter: Weil es gleich ziemlich “spirituell” wird, empfehle ich eher wissenschaftsorientierten Menschen diesen Vortrag von Dr. Manfred Spitzer zum Nucleus accumbens, auch wenn er (also der Vortrag) schon etwas älter ist. Überraschung ist der Schlüssel zu … ? Mehr wird nicht verraten. Und wem das noch nicht reicht, der möge mal googlen in welcher Beziehung Entspannung und Entscheidungsfreude zueinander stehen…

Und nun für alle anderen, die irgendwie ahnen, dass Aufwand und Liebe zum Detail lohnenswerter sind als sachliche Nüchternheit und Bulletpoints, z.B. bei Websites und Stellenangeboten ein kleiner Ausflug ins Reich der Angebundenheit an den “Großen Geist”, das “Higher Self”, “True Self” oder auch einfach nur SELF. Also diese Variante von Dir hinter dem “DEINS”, d.h. all dem, was Du im Laufe Deines Lebens so angesammelt hast oder was Dir ungefragt aufgeladen wurde. Dein DU.

Gefangen in “personhood” ?

Denn was, sich die Geschichten von Vorlieben erzählt, ist Deine “Person-Heit” oder “personhood”, eher bekannt als “Ego”. Der “Geist” hat keine Vorlieben, noch nicht einmal Geschichten! Diese entstehen nur, wenn z.B. durch Beobachtung zwei Moleküle aufeinander prallen — und Du diese Beobachtung auf Dich beziehst und daraus was Persönliches machst.

Die Anzahl der Moleküle sind? Unendlich.

Die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten sind? Unendlich.

Es lieber “schlicht” zu mögen, gehört zur Rollenbeschreibung des analytischen Archetyps gem. C.G. Jung (DISG extended). Richtig, es ist eine ROLLE. Jemand, der eine ROLLE spielt, ist ein Schauspieler. Und ein Schauspieler verkörpert nur etwas, aber er IST es nicht. Auch, wenn manche Schauspieler vielleicht immer wieder bevorzugt in ein und dieselbe Rolle schlüpfen, entweder weil sie ihnen besonders liegt, oder weil das Publikum ein “Gewohnheitstier” ist und für gute Einschaltquoten sorgt.

Warum mag es der analytische Rollenverkörperer eher schlicht? Er versucht damit die möglichen Folgen seiner Angst vor eventuellen Fehlern zu vermeiden. Schlichtheit ist also die Folge einer gewählten Fehlervermeidungshaltung. Wo es weniger Ablenkung gibt, da besteht auch ein geringeres Risiko Fehler zu machen — aus Sicht des analytischen Rollentyps.

RollenverKÖRPERER ist übrigens wortwörtlich zu nehmen, denn die Rollenvorlieben sind im Speichel — also auf körperlicher Ebene — nachweisbar:

An dieser Stelle noch ein kurzer Ausflug in die Fokusgruppen-Thematik bevor wir wieder zur “personhood” und dem (true) SELF zurückkehren.

Vermutlich über 90 % der Menschen sind aktuell gefangen in ihrer Rollenverkörperung, Herrn Freud und seinem Neffen Edward Bernays, denen es gelungen ist, aus Menschen “Happiness Machines” zu machen und damit die Grundlage für die Massenhypnose zu schaffen, s. die 4-teilige BBC-Doku mit dem aus “spiritueller Sicht” irreführenden Titel “The Century of the Self”

Happiness Machines = personhood. Als Maschine bzw. als Gefanger der personhood braucht der Mensch (oder die entsprechende Abspaltung von dem, was einen Menschen wirklich ausmacht) kein schmückendes Beiwerk, keine Deko, keine Üppigkeit. Zahlen, Daten, Fakten und ein paar Bulletpoints genügen? Wirklich?

Aber selbst die analytischen Rollenverkörperer wie beispielsweise Buchhalter oder Wirtschaftsingenieure brennen für etwas. Doch bisher kommt so gut wie keiner auf die Idee, auch ihnen den roten Teppich auszurollen, aber eben sin einem “analytischen Rot”.

Beispiel Stellenanzeigen-Intro:

Wieviel Buchungssätze pro Tag musst Du bewältigt haben, damit Du Dich in Deinem Element fühlst? Als unser Mitarbeiter erwartet Dich die Lohnbuchhaltung von ca. 200 Mitarbeitern. Du teilst Dir die Arbeit mit zwei weiteren Kollegen und hast pro Woche 35 Stunden Zeit, die Gehälter zu erstellen. Wie passt das für Dich?

Woran liegt es,

  • dass Websites, Präsentationen oder auch Stellenausschreibungen mehrheitlich “maschinenlesbar” gestaltet werden
  • dass Texte auf Websites, in Stellenausschreibungen aber auch in Social Media Posts an Teflonpfannen erinnern? Von den Tschakka- und den Scarcity-Website-Varianten mal abgesehen.

Liegt es daran, dass die Verfasser auch alle nur noch als “Maschinen” unterwegs sind und nicht mehr wissen, wie “Romantik” geht oder dass sie es sich nicht mehr trauen? Oder fehlt schlichtweg die Zeit dafür?

Und warum ist das Thema “Storytelling” nicht totzukriegen? Weil es die Menschen auch wiederum in ihrer “personhood”-Schleife “gefangen” hält. Maschinen sind wirklich so leicht steuerbar… Wie gesagt, zieh’ Dir die vierteilige BBC-Serie rein. Echt PSYCHO.

Mit Technik lassen sich Maschinen “bewegen”, mit Romantik Herzen erobern!

Aufwand und Romantik — die Erinnerung an die Fülle und Abundance des Universums und des SELF

Ankommen, sich ausdehnen können, willkommen sein, mit offenen Armen empfangen werden, sich als Ganzes gesehen fühlen, irgendwie angebunden und dennoch frei, friedlich, schwebend. In diesem Augenblick manifestieren sich das Gefühl von Fülle und die Selbstgenügsamkeit von nichts und niemandem der Welt mehr etwas haben zu wollen. Abundance eben. Purer Überfluss. Und das hat nichts mit der Konsumlust zu tun. Im Gegenteil. Sie schweigt endlich. Menschen, die allein oder sehr häufig im Personhood-Konzept unterwegs sind (also als Happiness-Machines), sind auf die kurzfristige, immer wieder kehrende Suchtbedürfnis-Befriedigung “programmiert” — emotional, körperlich und in Bezug auf Produkte, Waren, Dienstleistungen.

Doch in einer Mensch vermaschinisierten Welt, wo sind diejenigen, die noch wissen, wie Fülle und “Romantik” gehen und sich auch trauen, dieses Gefühl zu bereiten — auch und gerade im Business-Bereich? Alle reden von einer neuen Zeit-”Qualität” und dem Miteinander — nur wo und wann wird das auch im Marketing erlebbar?

Was braucht “Abundance”

Es braucht Freiraum, die individuelle Anbindung an die “Source”, die Schöpferquelle. Es kostet Energie (und das Gehirn ist eigentlich auf Energiesparung getrimmt!) und es kostet Zeit und Mühen. Aber die lohnen sich wieder. Stichwort: Marketing by surprise (was übrigens leider häufig auf Gutscheine oder Preisnachlässe reduziert wird, aber da geht noch mehr…).

Kleine Erinnerung: wie sehr freut Dich ein mit Hingabe gemaltes Bild Deines Kindes, auch wenn es nicht im Entferntesten an irgendwelche “Qualitätsmaßstäbe” ranreicht. Oder wie sehr hast Du Dich als Kind über das Strahlen, die Anerkennung und das Lob Deiner Oma gefreut, wenn Du nach monatelangem Einstudieren ihr ein Weihnachtslied vorgespielt hast?

Selbstschöpferischer Aufwand aus dem inneren Antrieb heraus überraschen zu wollen, Freude oder eben auch ein gutes, nachhaltiges, unvergessliches Gefühl zu bereiten LOHNT sich. Immer.

Das SELBST erschafft aus sich heraus, das Ego aus einem Mangel, einem Bedürfnis bzw. einer Erwartung an den anderen heraus. Oder aus Angst bzw. zur Vermeidung derer.

Was bedeutet das “der Mensch als Ganzes”?

Personhood bzw. Ego in das SELF integriert, wie ein Stück Schokolade in heißem Kaffee. Das Ego und die persönliche Paraderolle sind nichts Verwerfliches und nichts, was unterbunden oder abgetrennt werden muss. Sie sind nunmal auch Teil der Schöpfung und macht in gewisser Weise auch unsere Vielfalt aus.

Es auf sich persönlich zu beziehen und mit emotionalen Anhaftungen belegen, hat zur Trennung vom wortwörtlich WESENtlichen Teil des Menschen beigetragen. Etwas, das kulturell bedingt gefördert wurde.

Doch der Mensch hat die Möglichkeit, immer wieder etwas anderes, Neues wählen und probieren zu können, sofern er aus seinem Dasein als “Happiness Machine” bzw. der “Personhood” erwacht.

Ich freue mich, wenn dieser etwas längere Artikel Dich an Deine Wahlmöglichkeit wieder erinnert hat bzw. Dich darin bestärkt, aus der Maschinerie immer wieder bzw. immer häufiger auszubrechen bzw. komplett auszusteigen.

Ich freue mich auch, wenn es mir gelungen ist, Dich zu ermutigen, frei von allem Habenwollen und allen Bewertungen aus Deinem SELF heraus zu erschaffen und Dinge in die Welt zu bringen, die andere überraschen, erfreuen und ihnen ein unvergessliches Erlebnis bereiten. Denn:

Menschen vergessen schnell, was Du gesagt hast, aber nie, wie sie sich durch gefühlt haben… so oder so!

May the Source be with you.

Namaste.

Als Drehbuchautorin, Sprachalchemist und Atemcoach Menschen, sich aus der Abhängigkeit von ihren kognitiven Verzerrungen zu lösen. #kognitiveRaumpiloten

Als Drehbuchautorin, Sprachalchemist und Atemcoach Menschen, sich aus der Abhängigkeit von ihren kognitiven Verzerrungen zu lösen. #kognitiveRaumpiloten