Erfahrungen — wer wärst Du eigentlich ohne sie?

Okay, definieren wir “Erfahrungen” zunächst etwas genauer, denn gewisse Erfahrungen, Kenntnisse oder Fähigkeiten und die Erinnerung daran können ja durchaus lebensförderlich sein, wie z.B.

die Kenntnis von

  • Verkehrsregeln (benutzt Du eigentlich noch den Blinker?),
  • heißen Oberflächen
  • Hunger, Durst, Toilettengang
  • und dergleichen

Doch was, wenn all Deine bisherigen Erfahrungen, die über die organische Lebenserhaltung hinausgehen, völlig überflüssig wären, um eine berufliche Tätigkeit auszuführen, zu kommunizieren oder einen Partner zu finden bzw. eine Beziehung zu führen?

Was sind all diese Erfahrungen ohne Dich?

Wo gehen die hin, wenn Du nicht mehr bist?

Was passiert mit denen?

Du warst vor dem Wissen da!

Dein “Du” war da, BEVOR Du den ersten Atemzug getan hast.

Alles, was Du als “Deins” bezeichnest, kam ALLES nach Deinem “DU”:

  • Dein Name
  • Deine Wahrnehmung (Deiner Eltern, Deiner Familie, Deiner “Identität”)
  • Deine Fähigkeiten
  • Dein Wissen
  • Deine Persönlichkeit
  • Dein berufliche Vita

Woran erkennst Du, dass das alles “erworben” ist?

Indem Du es als “Deins” bzw. “Meins” bezeichnest.

Und nein, Du BIST nicht “Anna”, “Denise” oder “Harald”, “Sebastian” oder nimmst Du Deinen Namen mit, wenn Du die sterbliche Hülle verlässt?

Und nein, Du BIST nicht Coach, Installateur, Steuerberater, Arzt, Astrologe, Heilpraktiker oder “Experte”. Das ist alles “nur” erworben. Du “übst” diesesn Beruf oder diese Tätigkeit aus. Übrigens auch eine schöne Wortwendung: ausÜBEN, d.h. selbst darin solltest immer ein Lernender sein…

Wer Du jenseits von allem “DEINS” wirklich “BIST” erfährst Du dann, wenn Dir im Wald plötzlich ein Wildschwein in die Augen schaut. DANN weißt Du, wer Du wirklich bist und wozu Du wirklich fähig bist. Da nützen Dir kein Name, kein Beruf, kein Hochschulstudium, kein Expertenstatus und kein Golf-Handicap. Allenfalls vielleicht, wie Du durch Atembewusstheit Deinen Sympathicus aktivierst. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wer bist Du, ohne Dich auf Deine Vergangenheit zu beziehen? Genau in diesem Augenblick?

Wozu bist Du wirklich fähig, wenn das Unerwartete eintritt?

Was IST das, das da bereits vor Dir da war, nichts besitzt, was man ihm wegnehmen oder was es vergessen könnte? Das, was bleibt und dennoch geht (aber niemals mehr so ganz)?

Was ist “DAS”?

IST-Heit oder auch “ICH”-Heit, also das, was “gewahr” ist, nicht zu verwechseln mit der “WahrNEHMUNG” des Verstands!

Diese IST-Heit die gleichzeitig leer erscheint und dennoch voll ist. Wie ein Raum, in dem kleinste Moleküle in scheinbar willkürlichen Wellenmustern “reiten”.

Wer will da bitte bestimmen, welches Molekül mehr Wert ist, als alle anderen?

Wenn doch jedem dieser Raum offensteht, warum soll er sich auf eines fixieren, insbesondere wenn es um den beruflichen Werdegang geht?

Erfahrung — was ist sie wirklich wert oder gibt’s da noch was Wertvolleres als Erfahrung?

Es ist der Verstand der vorgaukelt, dass das Erworbene das einzige von Wert ist. Storytelling pur, also.

Was ist mehr Wert: das, was Du aus den unendlichen Möglichkeiten bereits “erworben” hast oder das, was Du alles noch nicht erworben hast?

Inwiefern ist es für eine Gesellschaft im Zeitalter von Digitalisierung, AI, Blockchain etc. dienlich, das bereits Erworbene (also die vergangenheitsbezogene Geschichtenerzählung) als das einzig Wahre zu glorifizieren — beispielsweise in der Jobsuche, Mitarbeitersuche oder in der Selbstdarstellung in den LindedIn Profilen?

„Die Analphabeten des 21. Jahrhunderts werden nicht diejenigen sein, die nicht Lesen und Schreiben können, sondern diejenigen, die nicht lernen, verlernen und wieder lernen. “ Alvin Toffler, Zukunftsforscher

Käme es dem Credo und Erfordernis von Agilität und Disruption nicht viel näher, die VER-lern-Bereitschaft zu hypen?

Etwas, das übrigens in etwa der “spirituellen” Übung der “Emptiness” ziemlich nahe kommt. Was oder wer “voll” ist, kann nichts mehr aufnehmen. Das gilt für volle Gefässe wie reizüberflutete Menschen.

Was würde sich ändern — im Arbeitsleben und mit den Menschen generell — wenn in Assessments nicht nur die Stärken (als etwas Erworbenes) im Fokus stünden, sondern darüberhinaus auch die Potenziale, also das, wovon bisher niemand auch nur die leiseste Ahnung hatte, dass der Betreffende ein Talent dafür hat und eine Leidenschaft entwickeln könnte?

Das würde natürlich auch dazu führen, dass möglicherweise Lebensläufe umso wertvoller würden, desto mehr Unterschiedliches jemand schon “erlebt” oder “erworben” hat? Denn bei diesen Menschen wäre davon auszugehen, dass ihr VER-Lern-”Muskel” super trainiert ist. Etwas, das übrigens auch als wichtiger Faktor für sog. “Resilienz” erachtet wird und somit gesundheitsförderlich oder zumindest burnoutpräventiv.

Steve Jobs war übrigens jemand mit einem solide entwickelten VER-Lern-Muskel: während seines Jurastudiums hat er nebenbei Caligraphie-Kurse besucht. Sein dadurch erworbenes Wissen über Schriftproportionen hat viel Jahre später zur MAC-Schriftart “Verdana” geführt.

Noch unbekanntes oder ungewürdigtes Talent schlägt Erfahrung?!

In der vergangenen Woche hatte ich LinkedIn in meiner Timeline einen Bericht von einem Unternehmensberater entdeckt, der von der Hartnäckigkeit eines Bewerbers berichtete. “Papiermäßig” und von seiner Vita her war nicht erkennbar, dass er über eine Kompetenz verfügte, die einen erheblichen Vorteil für diese Unternehmensberatung darstellen würde. Er konnte es auch in seiner Bewerbung nicht zum Erlebnis machen und “nachweisen”. Aber er war überdurchschnittlich hartnäckig, wurde schließlich eingeladen, bekam seine Chance und übertraf ALLE “Erwartungen” des Unternehmensberaters.

Natürlich können sich auf dieses Experiment keine Maschinenbau-, Elektronik- oder Software-Entwicklungsunternehmen, keine Verkehrsbetriebe und keine Krankenhäuser einlassen. Dazu braucht es die fachlichen Qualifizierungen als Grundlage. Doch ich würde mich leichter für einen Steuerberater oder auch Zahnarzt entscheiden, wenn für mich erkennbar wäre, dass er neben “berufsrelevanten” Weiterbildungen und prestigeträchtigen Hobbies unerwartete, “artfremde” Meilensteine in seiner Vita hätte.

Vielleicht weil es meinem eigenen Naturell dann am nächsten käme, täglich eine neue Erfahrung machen zu wollen? Und weil es vielleicht meiner lebendigen Vita entspricht?

Hier mal ein grober Einblick in über 30 Jahre Berufsleben

  • Zahnarzthelferin
  • Strukturvertrieb
  • Lohnhilfskraft (Chips im Akkord eintüten)
  • Abitur am Abendgymnasium
  • Praxismanagerin
  • BWL im Abendstudium
  • Selbständig als Praxistrainerin
  • Vedische Astrologie, vedisches FengShui
  • Vertrieb von Lohnoptimierungssoftware
  • Ausbildung zur Drehbuchautorin
  • Autorin (s. Autoren-Profil)
  • Weiterbildung in Persönlichkeitsanalysen (DISG, Clare W. Graves, s. youtube)
  • Selbständig mit Suchmaschinenoptimierung, Webdesign
  • Coach für Source Supplied Communication (ehemals integrale Sprache)
  • Blockchain-/Kryptowebinare
  • Hobbymäßige Gartenpflege bei Privatleuten
  • Ausbildung zum AtemCoach

— bis auf eine einzige Ausnahme waren alle intrinsisch motiviert und nicht aufgrund von äußeren Faktoren wie Kündigung.

Eine Vita, die am ehesten einem Disruptor von berufswegen her entspricht. Natürlich, intrinsisch gelebte Disruption und Agilität. Menschen die Segnungen eines “Marketing by Surprise” zu vermitteln würde mich ebenso begeistern, wie als (soon to be) BreathCoach einen Beitrag zu Wohlbefinden und Gesundheit im privaten wie beruflichen Alltag zu leisten — kombiniert mit einer Bewusstheit für den Zusammenhang zwischen Atmung, Marketing und Kommunikation. Oder hast Du Dich schon mal gefragt, ob und wie Deine Website, Deine Präsentation oder Dein “Pitch” atmet? Ob er anderen den Atem nimmt oder ihnen den Raum gibt zum Aufatmen? Denn, wer aufatmet, entspannt sich und trifft leichter Entscheidungen. Beispiel? Beispiel: https://angela-kosa.com Was passiert da mit Deinem Atem?

Nichts ist beständiger als der Wandel

Nochmal genau lesen bitte:

N.I.C.H.T.S ist beständiger als der Wandel. Nichts = Emptiness, die Bewusstheit allen “IST-Seins” oder “ICH-Seins”, die Essenz, der Ozean der Möglichkeiten. Es kommt und geht. Es kommt und geht.

Wenn also nichts “beständiger” als der Wandel ist, welchen Sinn macht es dann, Kontinuität zu hypen und Expertentum zu zementieren?

Wäre es nicht auch eine Haltung der “Neuen Zeit” (auf allen Ebenen), mit einem VER-Lernenden Blick auf die Vita und Bewerbungen von Menschen bzw. Unternehme(r)n zu schauen? Nach dem Motto: “Wow, wofür könnten wir genau so jemanden (noch) gebrauchen?”

Oder weniger als “Gebrauchsgegenstand” formuliert, sondern “wie kann dieser Mensch wo noch in unserem Unternehmen zu einem gesunden Wachstum — für alle Beteiligten — beitragen?”

Okay, das würde bedeuten, dass hiermit die Fundamente der gehypeten Notwendigkeit eines Expertentums und der Positionierung erheblich bröckeln, ins Wanken geraten oder implodieren.

Aber sind materiefressende schwarze Löcher im Universum nicht genau das, was die dichteste Energie aufweist und das größte Potenzial etwas Neues, komplett Unerwartetes “auszuspucken”?

Zeit wäre es alle Mal.

Wie gut bist Du auf das Unerwartete vorbereitet?

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Bis zum nächsten Mal.

May the Source be with you.

Namaste

Was mich glücklich macht: AtemCoaching, Unternehmen & Arbeitgebern helfen, schneller Vertrauen zu gewinnen, Krypto, Blockchain & über mich hinauswachsen

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