Dankbarkeit — Eine Aufforderung zu Bescheidenheit oder eine Einladung zu wachsen …

… oder (darüberhinaus) noch was völlig anderes?

Wem sollte ich jetzt eigentlich für die Eingebung zu diesem Artikel “dankbar” sein? Meiner Idee, Facebook “wählen” zu lassen, welches Thema nun gerade dran ist? Der Verfasserin des Posts (zum Thema Dankbarkeit), der der erste war, der mir nach dem Reload unterkam?

Oder meiner Schwingung, die mich zu deren Post getragen hatte oder mir (also meinem höheren Selbst), dafür dass ich diesen Post von ihr manifestiert hatte bzw. dass mein höheres Selbst diesen Beitrag durch sie und somit letztlich durch mir manifestiert hat?

Bitte und Danke zählen zur Grundausstattung preußischer Erziehung. Die Esoterikbewegung hat aus “Bitten” “Bestellungen” (beim Universum) gemacht und Dankbarkeit zum Kult erklärt und versucht es mit neurowissenschaftlichen Beobachtungen zu untermauern.

Zwischen Demut, Zwang, Euphorie und darüberhinaus — die vielen Facetten der Dankbarkeit

Muss ich mich aus Höflichkeit bei jemandem bedanken, komme ich mir falsch vor. Auch wenn sich jemand bei mir für vergleichsweise “Nichtigkeiten” bei mir bedankt, fühlt sich das komisch an. Bleibt der Dank des anderen für etwas aus, das für mich eine Bedeutung hatte, fühle ich mich nicht wertgeschätzt (also bisher…). Und gibt es dann diese unfassbaren Geschenke des Himmels, diese Segnungen unbeschreiblichen Ausmaßes, die eine schier überbordende Freude über die erfahrene Gnade in mir auslösen, sodass sich ein “Dankeschön” einfach als viel zu wenig anfühlt. Bisher jedenfalls. Und so richtig komisch fühlt es sich an, wenn ich mein Füllhorn der Dankbarkeit über jemandem, der mir diese Gnade zuteil werden ließ, volle Kanne ausleere und der mich nur fragend anschaut oder auch nicht weiß, wohin denn damit jetzt. Aber vielleicht findet sich ja am Ende dieses Artikels auch eine Lösung…

Schon in meinem Seelenvielfaltsbuch lade ich dazu ein, sich bei sich selbst zu bedanken, wenn es beispielsweise um da führen eines Dankebuches geht. Was wiederum auch spätestens seit dem Film “The Secret” zur Grundausstattung einer sich als spirituell empfindenden Person zu zählen scheint. Gut möglich, dass ich nicht die einzige bin, die zur Dankbarkeit vor allem bei sich selbst einlädt. Lange Zeit fragte ich mich nur: “Wofür soll ich dankbar sein?” Und diese Maßnahme erinnerte mich an die Disziplin der Katholiken, sich einmal in der Woche zu ihren Sünden zu bekennen. Was irgendwie auch Zwang ist und doch von einigen auch gewissen “Erfindergeist” verlangte, weil sie sich als “rein” empfanden und es ja genaugenommen auch sind, wenn man sie mit den Augen des höheren Selbst betrachtet. Ach, wobei, Mist, das hat ja gar keinen Sehsinn…

Um Klarheit über einen Begriff und dessen Ursprung zu erlangen, hilft mir an solchen Stellen die Recherche über den Wort-Urprung. Der Fachbegriff dazu lautet “Etymologie”. Für mich als “Sprach-Alchemist”, haben die Etymologie-Recherche-Seiten fast eine ähnlichen Nutzungs-Häufigkeit wie Google.

Etymologie “Danken”

dankbare Gesinnung, Erkenntlichkeit’ bezeugt. Ausgangspunkt für diese in der Gegenwart allein herrschende Bedeutung ist das Denken an eine empfangene Wohltat.

Etymologie “Thank”

Old English þancian, þoncian “to give thanks, thank, to recompense, to reward,” from Proto-Germanic *thankōjanan (source also of Old Saxon thancon, Old Norse þakka, Danish takke, Old Frisian thankia, Old High German danchon, Middle Dutch, Dutch, German danken “to thank”), from *thankoz “thought; gratitude,” from PIE root *tong- “to think, feel.”

It is related phonetically to think as song is to sing; for sense evolution, compare Old High German minna “loving memory,” originally “memory.” Also compare related Old English noun þanc, þonc, originally “thought,” but also “good thoughts, gratitude.” In ironical use, “to blame,” from 1550s. To thank (someone) for nothing is recorded from 1703. Related: Thanked; thanking.

Wem fällt da noch der Unterschied zwischen der deutschen und der englischen Erläuterung auf?

Man muss nicht hochsensibel sein, um zwischen der deutschen und der englischen BeDEUTUNG einen erheblichen Unterschied in der Schwingungsqualität festzustellen.

Doch im Englischen gibt es noch ein Wort für Dankbarkeit: gratitude, was Lateiner an “gratia” erinnert und auch gewissen Ähnlichkeiten mit “grace” aufweist.

Etymologie “Gratitude”

mid-15c., “good will,” from Medieval Latin gratitudinem (nominative gratitudo) “thankfulness,” from Latin gratus “thankful, pleasing” (from suffixed form of PIE root *gwere- (2) “to favor”). Meaning “thankfulness” is from 1560s.
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*gwere- (2)
gwerə-, Proto-Indo-European root meaning “to favor.”
It forms all or part of: agree; bard (n.); congratulate; congratulation; disgrace; grace; gracious; grateful; gratify; gratis; gratitude; gratuitous; gratuity; gratulation; ingrate; ingratiate.
It is the hypothetical source of/evidence for its existence is provided by: Sanskrit grnati “sings, praises, announces;” Avestan gar- “to praise;” Lithuanian giriu, girti “to praise, celebrate;” Old Celtic bardos “poet, singer.”

… und in “pleasing” steckt dann wieder “gefallen” drin… Also vom Himmel gefallen, zugefallen … Etymologie ist für mich jedesmal eine wahre Schatztruhe der Erkenntnis und Möglichkeiten.

Dankbarkeit kann also auch sowas wie “Singen” sein. Das erinnert mich an die Disney Filme, in denen der Protagonist vor der Bewältigung einer Herausforderung zu singen beginnt. Wobei, ist das nicht auch in Opern so? In der Zauberflöte auf jeden Fall… Und dann wird auch nochmal gesungen, wenn alles geklappt hat — und manchmal auch, wenn es nicht geklappt hat. In La Traviata beispielsweise. Ist Singen also möglicherweise Dankbarkeit in ein Lied gepackt mit Melodie und Takt? In den alten lateinischen Schriften amüsierte mich immer, dass vor jeder Schlacht “die Götter angerufen” wurden. Also ist jedes Bitten und Danken eine — unbewusste — Kontaktherstellung zu den “Göttern” oder das höhere Selbst? Und in Form von Gesang dann noch “beseelter” bzw. “beseelender”?

Singen statt Dankebuch schreiben — oder zusätzlich — , damit es auch mit dem Nachbarn klappt? Oder mit dem Job, der Beförderung, den Finanzen, der Gesundheit etc…?

Die Vorstellung, dass Menschen jetzt in Restaurants bei jedem “Danke” ein kleines Lied anstimmen, amüsiert mich grad prächtig. Bei wem genau soll ich mich nun dafür schon wieder für diesen “EinFALL” bedanken — mit oder ohne Liedchen?

Kuck mal wer da dankt!

Wer denkt, dankt.

Nur, wer ist das, der oder die oder was da denkt (und dankt)?

Gott, das höhere Selbst, die Bewusstheit oder ähnliches können es ja schon mal nicht sein, weil die sind ja “nur” Moleküle, Schwingung und Raum.

Was braucht es, um Situationen zu erkennen, in denen Dankbarkeit “angebracht” ist? Einen Beobachter, der in der Lage ist, das Beobachtete bzw. Erfahrene mit einer Emotion aufzuladen. Das wiederum kann nur durch Vergleichen geschehen. Denn eine Dankbarkeitssituation scheint sich ja von allen anderen zu unterscheiden. Und was braucht es für diese Unterscheidung? Es braucht die Kompetenz, in die Vergangenheit zu gehen.

Was, wenn wer denkt (beobachtet, vergleicht etc.) der Teil von uns ist, der die Identität als Person verkörpert?

Und was, wenn dieser Teil im Augenblick des überbordenden Dankbarkeitsgefühls und Ausdrucks (Gesang?! ;-)) einen der seltenen Moment der Verbundenheit von Körper, Geist und Seele (höherem Selbst) erfährt?

Wenn wir das jetzt noch mit meinem Lieblingsausspruch über die Quantenphysik kombinieren “There is no out there, out there!”, dann würde es wirklich bedeuten, dass wir uns immer nur bei uns selbst bedanken. Und dass Danken sowas wie ein upgegradetes Denken ist — wahlweise in Gesang intoniert.

Wozu eigentlich noch zwischen denken und danken unterscheiden? Nur, damit jetzt nicht jeder laut anfängt zu singen? Doch vielleicht wäre unsere Welt eine andere, wenn wieder mehr gesungen würde, um dem höheren Selbst mal wieder Raum zu geben, sich durch unseren Körper auszutoben?

Meine persönliche Erkenntnis:

Die englische Sprache hat zwei Begriffe für danken: “to be thankful” und “to be grateful” (von gratitude), wobei mich “gratitude” als gelebte Haltung anspricht. Also mich in meiner “Personhood”-Verkörperung.

Im “Personhood”-Spiel der Rollenverkörperung gibt es die Regel des verpflichtenden Danks gleichsam einer Empfangsbestätigung einer Paketlieferung. Wer das Quittieren des Empfangs verweigert muss mit “Strafen” oder Rücksendung des “Pakets” rechnen. Ähnlich wie eine Bestrafung für Gehorsamsverweigerung.

Dankbarkeit als Ausdruck der bewusst gewählten oder überraschend erfahrenen Verbindung von Rollenkörper mit dem höheren Selbst beflügelt und ist ein wahrhaftiger Grund, sich immer wieder selbst zu feiern.

Dafür braucht es kein Dankebuch, sondern Raum und Möglichkeiten. Gleichwohl kann ein Dankebuch das Tor zu diesem Raum öffnen, damit sich die Möglichkeiten zeigen können.

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